Nachmittagsausflug auf die Kanisfluh

Da der Urlaub langsam dem Ende zuging und die letzten beiden Tage eher mittelmäßiges Wetter angesagt war, wollte ich den Freitag Nachmittag doch noch nützen. Auf der Kanisfluh war ich schon lange nicht mehr und mit Bahnunterstützung sollte sich das ja ganz prächtig ausgehen. Gutes Timing ist alles – so knapp erwischte ich den Bus noch und etwas nach 14 Uhr spuckte mich schließlich die Bahn an der Rosstelle aus.

Ich hatte das Gepäck bewusst leicht gehalten und schlug eine recht flotte Gangart ein – schließlich wollte ich noch bis nach Au und ein paar Höhenmeter im Aufstieg waren es dann doch noch.

Es ist so einiges los auf den wegen – ein schöner Sommertag und Freitag Nachmittag noch dazu. Vorbei an der Alpe Kanis komme ich gut voran, bald bin ich auf dem Fußweg Richtung Kanisfluh. Nach etwa fünfviertel Stunden erreiche ich den Sattel – lege über den Rücken zum Hauptgipfel aber jetzt doch eine etwas gemütlichere Gangart ein, auf sonderlich viel Training kann ich heuer nicht bauen. Weit ist es eh nicht mehr und es zeigt sich dass die späte Stunde doch ihre Vorteile hat – am Gipfel bin ich fast allein.

Ich esse und trinke ein wenig, um 16 Uhr gehe ich weiter den Grat entlang – es ist noch ein Stück bis nach Au. Die Schuhe schnüre ich noch ein wenig fester, aber stelle schon fest dass das nicht ganz ideal ist. Sie sind etwas groß – gerade runter ist das ein Vorteil, beim Klettern oder im weglosen Gelände (davon kommt noch einiges) fehlt aber der Seitenhalt. Naja.

Beim Abstieg von der Holenke stocke ich kurz, das ganze ist etwas steiler als ich es in Erinnerung habe und die Exponiertheit bin ich auch nicht mehr so recht gewohnt. Aber die Gelegenheit habe ich jetzt, den Grat entlang komme ich gut voran und bin bald beim Runden Kopf. Aus der Nähe schaut der schon wieder deutlich besteigbarer aus, ich klettere die paar Meter gerade hoch, hinten geht’s eh problemlos runter.

Den felsigen Zacken danach lasse ich links liegen, auch wenn ich neugierig bin was für ein Kreuz das ist. Da ich aber allein unterwegs bin spare ich mir das Experiment. Bald bin ich auf dem Sonnenspitz, trinke noch den letzten Schluck und bin froh dass es jetzt nur noch runter geht. Allerdings nicht ganz so wie ich mir das vorgestellt habe – nach ein paar Schritten höre ich ein mittelmäßig freundliches Rufen. Ein paar Jäger deuten mir ich solle hinter dem Felsriegel Richtung Feuersteinvorsäß absteigen. Ich ärgere mich zwar kurz (mehr über den Tonfall, wo ich absteige ist nicht so tragisch), aber zum streiten hab ich auch keine Lust. Von weiter unten sehe ich ein paar Steinböcke am Grat, denen ich ungewollt einen Gefallen getan hätte zum Unmut der Jagdgesellschaft.

Egal, ein neuer Weg ist ja nichts schlechtes. Einzig störend daran ist dass ich nicht genau weiß wo die Felsriegel liegen – dass es nicht sonderlich problematisch ist kann ich von oben nicht eindeutig erkennen. Ich entscheide mich für die sicherere Variante und quere ein Stück zurück. Im steilen Gras ist gut Absteigen, nur die Schuhe sind hier sicher nicht ideal. Nach einem Ausrutscher stelle ich fest dass es auf dem Hosenboden fast am besten geht, bald bin ich unten wo das Gelände flacher wird. Allerdings ist auch der Bewuchs höher, es ist eine Weile recht mühsam und dazu sticht mich auch noch ein Insekt. Schließlich bin ich dann doch auf der Straße und bald beim Vorsäß wo ich meine Schuhe leere und die Wasserflasche fülle.

Jetzt kann ich recht komfortabel dem Weg nach Ahornen folgen und weiter nach Au. Die letzte dreiviertel Stunde renne ich mehr oder weniger – ich werde abgeholt und will meine Frau nicht länger als nötig warten lassen. Es geht eh recht gut, müde aber zufrieden steige ich nach intensiven 4:15 ins Auto ein.

Den folgenden mehrtägigen Muskelkater kann ich in diesem Ausmaß jetzt noch nicht erahnen… – das ist aber nicht direkt verwunderlich und war’s eh wert. Es folgen einige Tage der Regeneration.

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