Es gibt kein schlechtes Wetter

Aber nasses Wetter – das existiert offenbar. Die Besucher der Bizauer Kilbe ließen sich dadurch nicht sonderlich stören, Andrang und Stimmung waren gut. Etwas feucht-kalt war es aber schon. Der Nachmittag sollte angeblich eh Aufhellungen bringen und im Auto war ein Platz zu wenig, also hatte ich bald genug Argumente um meinen ursprünglichen Vorsatz – zu Fuß nach Hause – in Angriff zu nehmen. Nach kurzer Diskussion war klar, dass ich das alleine machen würde, also war ich recht frei in der Wegwahl. Wenn ich schon dran bin, mach ich mich mal auf den Weg Richtung Hilkat und Fegg dachte ich mir.

In der Hilkat suche ich mir kurz einen Unterstand. Mittlerweile ist mir warm genug und ich binde mir die Softshell unter der Goretex-Jacke um. So bleibt wenigstens die halbwegs trocken. Witterungsbedingt bin ich offenbar weit und breit der einzige. Im Marktobel scheint das Wetter kurz besser zu werden, allerdings nicht lange. Auf Fegg an gelangt beschließe ich weiter Richtung Feggspitz bzw. über die Rumplat Richtung Wildmoos zu gehen, kurz danach schüttet es wieder. Aber eh schon egal denke ich mir, immerhin war mein Großvater hier mit Sicherheit öfter unterwegs – mit schlechterem Weg und schlechterer Kleidung auch bei jedem Wetter. Der Gedanke gefällt mir und so beschleunige ich meinen Schritt wieder.

Der Weg über die Rumplat ist besser als ich ihn in Erinnerung habe, allerdings auch nass, dreckig und schlammig. Mittlerweile ist ist ziemlich neblig geworden, erst kurz vor dem Grebenbach sehe ich zum Niederegrat hinüber. Schaut nicht mehr weit aus. Ich weiß natürlich, dass das etwas täuscht, aber lasse mich dennoch motivieren. Einer Wegmarkierung folgend komme ich zwar nicht ins Wildmoos, sondern zur Alpe Stongen. Mittlerweile hab ich trotz Regen ziemlich Durst und bin etwas enttäuscht dass der Brunnen dort kaum was hergibt. Aber egal, zur Niedere ist es nicht mehr weit und das Gasthaus wird wohl offen sein.

Also zweige ich von der Straße ab und wähle den direkten Weg über die Wiese Richtugn Abtstuhl. Ich komme gut voran, bin aber auch gleich mal recht nass. So lang ich das Tempo halbwegs halte aber nicht so tragisch. Immerhin finde ich noch ein paar kleine Bergkristalle – ich lasse sie wo sie sind.

Auf der Niedere angekommen freue ich mich über den luxuriösen Weg. Ein paar Brücken sind offenbar grad neu gemacht worden. Wieder mal scheuche ich ein paar Vögel auf, vermutlich Birkhähne. Beim Gasthaus angekommen stelle ich fest, dass ich zu spät bin. Zum Glück gibt es beim Älpele einen Brunnen, dort bin ich eh bald. Unser Haus kann ich sehen, Auto steht noch keines dort glaube ich. Wenn ich mich also beeile, bin ich vor den andern daheim. Recht zügig steige ich also über erst Schistraße, dann Fußweg ab.

Bevor es in Pfanners Schwende flach wird, laufe ich die letzten paar Meter noch recht zügig, auch Bremsen kostet Energie 😉 – ein doch recht deutliches Stechen im rechten Knie ermahnt mich, es nicht zu übertreiben. Also jetzt doch wieder etwas gemütlicher weiter. Diesmal bin ich sogar froh über die geteerte Straße.

Als es im Brühl wieder aufwärts geht, hab ich ein kleines Déjà-vu. Vor einigen Jahren bin ich mit Mario von der Martinswand runtergelaufen (ich glaube nach einer Begehung des Auckenthaler-Risses), da war es so ähnlich beim kurzen Gegenanstieg beim AV-Klettergarten – ich habe das Gefühl als hätten sich grad zwei Gewichte an meine Knöchel gehängt.

Egal – damals wie heute ist der Weg fast zu Ende und der Tag gut genützt gewesen.

2 Comments

  1. vor einigen Jahren?? eher schon fast Jahrzehnt

    • Jaja, wir alten Säcke *g*

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