Frühmorgendlicher Wöstersattel-Besuch

Familienurlaube erfordern ein gewisses Umdenken bei den Zeiten für sportliche Aktivitäten. Das Jugendheim in Lech ist glücklicherweise ideal gelegen – quasi gleich hinterm Haus geht es hinauf Richtung Wöstersattel, dieser sollte diesmal mein Ziel sein. Zufällig erwachte ich eh um kurz nach drei Uhr morgens, ein Blick nach draußen zeigte mir dass sogar noch etwas Mondlicht verfügbar war. Nach kurzen inneren Konflikt raffte ich mich dann doch auf und machte mich um halb 4 auf den Weg.

Der Mond befand sich noch ein Stück überm Horizont, irgendwo bei Roter Wand oder Pöngertlekopf – so genau konnte ich die schwarze Shilouette des Horizonts nicht zuordnen. Es war also noch recht hell, da zwei Tage vor Vollmond, auf diesen Vorteil musste ich aber bald wieder verzichten, der Weg führt entlang des Stubenbachs im Talgrund nach oben, dort war es denkbar dunkel. Auf einer Forststraße ist das aber nicht unbedingt ein Problem und auch weiter oben nach der Tälialpe ist der Weg komfortabel. Ein Fußweg zwar, aber mit reichlich Schotter (der in trockenem Zustand zum Glück recht hell ist) belegt. Und da geht es dann auch ordentlich bergauf, es dauert nicht lange, da bin ich unterhalb des Wöstersattels. Offenbar hab ich’s ein wenig übertrieben mit dem Tempo, es wird auf einmal recht mühsam. Ich trinke mal ein paar Schluck und esse etwas, dann gehe ich – langsamer – weiter. Bald erreiche ich den Wegweiser bei der Abzweigung zu Wösteralpe oder Rüfikopf. Im Schein der Handy-Taschenlampe mache ich mich schlau, es ist immer noch ziemlich dunkel.

Ein Stück gehe ich noch weiter, denke ich mir. Zum einen will ich für den Rückweg halbwegs vernünftiges Licht habe, zum anderen ist die Türe unten eh noch zu wenn ich jetzt umdrehe. Ich folge dem noch immer gut sichtbaren Weg und erreiche bald den Sattel. Langsam sollte der Weg nach links abbiegen, denke ich mir… – dann höre ich die ersten Kuhglocken. Nach einem Zaun gehe ich zwischen den Rindern durch, die meisten lassen sich nicht sonderlich stören von dieser eigenartigen Erscheinung im Dunkeln. Ein Stück gehe ich noch weiter, dann dämmert mir langsam dass ich falsch abgebogen bin ich Richtung Wösteralpe laufe. Im Zeitalter GPS-fähiger Handys lässt sich da leicht klären – ok, offenbar war ich nicht in der Lage dem Wegweiser zu folgen. Ich gehe zurück und nehme diesmal die richtige Abzweigung. Eine Weile gehe ich noch Richtung Rüfikopf, bis ich dann so gegen halb 6 den Rückweg antrete. Ich bin ganz froh über das langsam dämmernde Tageslicht, oben ist der Weg doch recht steil. Insgesamt staune ich über die Steilheit des Weges, das hatte ich am Morgen in der Dunkelheit gar nicht so recht registriert.

Abwärts geht’s jedenfalls leichter, um 7 Uhr bin ich wieder im Tal. Guten Morgen.

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