Frühsport

Der frühe Vogel sieht nicht viel – zumindest nicht wenn er die Stirnlampe zu Hause lässt. Motiviert, die frühen Morgenstunden für eine kleine Tour zu nutzen, gehe ich um 5 Uhr beim Liftparkplatz in Andelsbuch weg. Ohne Licht, wie bereits angedeutet, aber immerhin hat es ein paar Sterne. Ich entschließe mich dennoch über Laubgehr aufzusteigen, es wird eh eine kurze Tour werden, da wählt man gern mal eine landschaftlich etwas reizvollere Variante. Nach der Hütte geht es durch den Wald… – es ist echt ziemlich dunkel, ich taste mich mehr vorwärts als dass ich den Weg wirklich sehen würde.

Bald erreiche ich aber wieder die Lichtung, die Richtung Kohlplatz hinaufzieht. Nach oben sehe ich eine Unmenge an Sternen, es ist völlig still, sehr idyllisch das Ganze. Ich stelle bald fest, dass die gute Sichtbarkeit der Sterne mit einer eher schlechten Bodensicht korreliert. Erst wenn die Schispitzen sich in den Schnee graben merke ich dass wieder ein Buckel kommt. Ich komme mir vor wie ein kurzsichtiger Eisbär, als ich versuch die Spur nach Gefühl anzulegen. Es klappt eh einigermaßen, bald erreiche ich den Wald vor dem Kohlplatz.

Hier brauch ich eine andere Taktik – die Spur im Wald ist zum Glück etwas weniger gefroren und so kämpfe ich mich mehr oder weniger dem Weg entlang bis zum Kohlplatz durch. Diesen quere ich und halte mich dann nach links – ich bin ein bißchen zu hoch und schon beim Graben vor der Hell-Alpe, denke mir aber es müsst durch den Wald ebensogut gehen. Den Weg meine ich ein wenig unter mir zu erahnen und gedenke dorthin abzusteigen sobald es gut geht. Wenn nur die Sache mit der Sicht nicht wäre… – der Weg ist wohl doch weiter unten, so vermute ich. Oder weiter oben, ganz sicher bin ich mir nicht. Bevor ich in den Graben unten gerate, quere ich noch ein wenig weiter, denke ich mir. Allmählich wird es etwas steil, sehen tu ich immer noch nichts, aber ich meine den gesuchten Weg etwas über mir zu erahnen. Vielleicht. Aber egal, im Zweifelsfall eher nach oben. Der Weg war es wieder nicht, es wird immer steiler – immerhin ahne ich langsam, wo ich überhaupt bin. Noch ein paar Spitzkehren und ich komm auf dem Rücken vor der Oberen Schwende endlich aus dem Wald raus.

Damit lass ich es gut sein für heute – Felle runter, ein paar Schwünge im Tiefschnee, dann quere ich zurück zur Schistraße, in der Dunkelheit sagt mir die Schwende-Abfahrt jetzt nicht so recht zu. Dafür werde ich vom Äschach weg noch mit einer super-griffigen Piste belohnt. Kurz vor 7 bin ich wieder daheim – gerade richtig für Dusche, Frühstück und dann ins Büro.

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