Noch schnell auf den Schindlergrat

Die Saison neigt sich dem Ende zu – im Rheintal ist schon lang kein Schnee mehr, in Andelsbuch auch nicht. Als mich Peter fragt ob ich noch mal mitgehe, kann ich natürlich nicht nein sagen. Bis zur Alpe Rauz ist’s von Andelsbuch aus zwar ein ziemliches Stück, aber noch Dornbirn muss ich sowieso, also was soll’s. Die Felle muss ich schon aus dem Kasten holen, Schi und Schuhe sind noch nicht im Keller – um halb 6 bin ich in Dornbirn und wir fahren nach Stuben.

Mit dem Schnee ist’s schon etwas knapp, die ersten hundert Meter tragen wir unsere Schi noch, danach hat’s reichlich Kunstschnee. Ich lass die Schi gleich auf dem Rucksack, es ist eh richtig hart und im ersten steilen Hang vermute ich, dass es so eh besser geht. Halb droben sattle ich dann doch um, es ist recht griffig und nicht eisig und die Schitragerei ist doch recht zäh. Danach wird’s flacher und wir laufen Richtung Schindlergrat. So recht fit fühl ich mich zwar heut nicht und meine Beine sind schon etwas schwer, aber die Rinnen direkt zum Schindlergrat rauf sind doch recht verlockend. Peter hat auch nix dagegen, also zweige ich ab und schlage den direkten Weg ein – er bleibt auf der Piste und wird oben warten.

Ein Stück weit geh ich noch mit Schi, kurz vor Beginn der Rinne schnalle ich sie dann auf den Rucksack. Es geht eh recht gut, ein paar Meter lang breche ich allerdings ein. Kostet etwas Zeit und Kraft, aber wir sind früh genug dran und Peter hab ich schon vorgewarnt, dass ich vermutlich ein bißchen brauche. In der Rinne ist’s dann in der Bahn des unten liegenden Schneerutsches geradezu ideal. Nicht eisig, aber hart genug um nicht einzubrechen. Meistens jedenfalls, aber ich finde jedes mal einen Weg der stabil genug für mein Gewicht ist. Ich halte mich dann links und steige unter der Bergstation hoch.

Oben angekommen finde ich dann auch gleich Peter, er wartet doch schon ne Weile. Ich esse kurz noch etwas, dann nehmen wir uns die Abfahrt Richtung Süden vor – die etwas östlich ausgerichteten Hänge sind schon leicht aufgefirnt, ideal. Die Schneelage nicht ganz so, unten wird’s eher dünn. Der von Peter mit „etwa 10 Minuten“ angekündigte Gegenanstieg ist dann mit einer knappen halben Stunde doch etwas länger. Danach haben wir dafür auch im flachen Bereich zurück Richtung Alpe Rauz schon leichten Firn. Der letzte steile Hang ist dann nicht mehr ganz so genussvoll – am linken Rand finden wir aber noch einigermaßen fahrbaren Schnee. Die letzten Meter zum Auto heißt es natürlich noch mal Schi tragen – das letzte Mal in dieser Saison vermutlich.

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