Heimweg über Mörzelspitze

Nach längerer Pause und bei endlich wieder strahlendem Wetter sah ich mich Donnerstag, den 13. Juni, genötigt die Arbeit für den Nachmittag niederzulegen. Vorsätzlich zugegebenermaßen, den Rucksack hatte ich dabei, passende Schuhe auch. Mal einen alternativen Heimweg von Dornbirn.

Nach kurzer Busfahrt Richtung Ebnit bis Haltestelle Niedere geht es erst auf der Straße, dann über den alten Knopfweg gemütlich durch den Wald dahin. Immer wieder erhasche ich einen Blick auf die Mörzel, so in etwa stimmt die Richtung, ab und zu bestätigt mich auch ein Wegweiser. Schließlich komme ich an eine Brücke und einen Wegweiser, der den Weg zur Laubachalpe anzeigt. Mittlerweile zeichnet sich auch das Ziel schon recht klar ab.

Der Rücken im Hintergrund führt zur Mörzelspitze.

Auf dem Forstweg geht es zügig voran, ziemlich bald erreiche ich die Laubach-Alpe. Als ich nach links abzweigen will greifen die vor der Hütte sitzenden gleich helfend ein: „Witt du uf d’Mürzl?“ – „Jo…“ – „Denn muscht grad uffe!“ Alles klar – auf dem steilen Grasrücken ist auch ein Weg, ein rechter Höhenmeterfresser. Etwas anstrengend das Ganze, vielleicht hätt ich doch etwas mehr als die zwei Brötchen am Vormittag zu mir nehmen sollen. Immerhin habe ich noch zu trinken, und als ich den Gratbuckel erreiche, gönne ich mir eine kurze Pause auf dem dortigen Bänklein. Bestes Wetter, beste Aussicht.

Blick Richtung Bodensee

Echt schön hier – aber es ist noch ein Stück. Außerdem schauen die kommenden Meter bis zur Mörzelspitze recht anregend aus.

Richtung Mörzel

Eine Weile lang geht’s noch geradeaus, dann wird es recht interessant. Ab und zu schaut’s schon nach richtiger Kletterei aus, es löst sich aber alles recht problemlos auf. Etwas brüchig und exponiert, links steiles Gras, rechts eine richtig wilde Schlucht – echt cool. Das ganze geht recht flott, auch wenn mir die Hitze etwas zusetzt. Kappe wär nicht schlecht gewesen, aber jetzt hab ich halt keine. Dafür Sonnenbrand. Naja, war wohl nicht optimal geplant heute. Genial ist es trotzdem, ich bin alleine (fast, auf dem Leuenkopf scheint grad jemand weiterzugehen), es ist warm, wär grad schon ein wenig sitzen zu bleiben.

Blick in den Hinterwald
Da geht’s weiter – die Hangspitze ist noch ziemlich weit hinten.
Blick zurück

Eine kurze Pause gönne ich mir noch mal. Trinken (dürfe knapp werden stelle ich fest), etwas essen und dann geht es weiter den First entlang. Leuenkopf, Guntenspitze und nach ein paar kleinere Mugel. Es zieht sich ganz schön, kurz überlege ich mir nach links oder rechts abzusteigen, aber wo ich schon mal hier bin… – die Gegenanstiege sind eh nicht all zu lang und ziemlich genau um 18 Uhr trinke ich dann auf der Hangspitze die letzten paar Schlucke die ich noch im Rucksack habe.

Blick nach Mellau von der Hangspitze
Von nun an geht’s bergab – es sind noch einige Höhenmeter bis nach Mellau. Wenigstens hab ich bald mal Schatten, so geht’s etwas besser. Jetzt muss doch mal ein Brunnen kommen… – ein Schluck aus einem Bächlein zwischendurch (offenbar Schneewasser, schmeckt etwas seltsam) und ziemlich weit unten fülle ich dann meine Trinkflasche wieder. In Mellau schaut die Welt schon wieder ganz gut aus – das zweite Auto nimmt mich mit zurück nach Andelsbuch.
Eine schöne Wanderung alles in allem – allerdings würde ich für den Aufstieg eher den frühen Morgen als den hochsommerlichen Frühnachmittag empfehlen.

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