Vo Lindau übr Hard bis ge Breagaz bin i gloufo… – Halbmarathon

Auf das Risiko hin dass das hier langsam mehr ein Lauf- als ein Berg-Blog wird: ich hab mir mal einen Halbmarathon gegönnt. Als Vorarlberger drängt sich da natürlich der 3-Länder-Marathon auf. Oder 2 Länder beim Halbmarathon. War jedenfalls recht witzig das Ganze.

Da ich mein Training in den Wochen davor recht konsequent vernachlässigt habe, erschien mir eine Zielzeit von 2:15 am vernünftigsten – zumal ich gewillt war, das beim Wälderlauf gelernte anzuwenden (die Vorbereitung lassen wir jetzt mal aussen vor) und nicht nach 5 km auf Grund zu hohen Tempos einzubrechen. Der Wetterbericht kam mir ja eh entgegen – Regen hätt jetzt nicht sein müssen, aber lieber frisch als zu warm.

„Schlafen sie ausreichend in der Woche vor dem Lauf“ – das war schon mal zu vergessen denke ich mir auf der Fahrt nach Bregenz. Immerhin habe ich die Hoffnung auf eine persönliche Spitzenleistung eh schon bei Seite geschoben, sodass ich zumindest heute recht gut geschlafen habe. Ich bin zu einer einigermaßen vernünftigen Zeit in Bregenz und suche einen Parkplatz. Schaut schlecht aus… – ah, da. Beim ehemaligen GH Schiff gibt’s Schwarz-Parkplätze zu recht günstigen 4 Euro. Gekauft, geparkt, immerhin. Klaus ruft an, sie fahren jetzt mit dem Zug. Ich beeile mich, aber schaffe es dann doch nur auf das letzte Schiff.

„In der Früh vor dem Rennen sollten sie genug Zeit einplanen, um ohne Stress zum Start zu gelangen“ – wo ist denn jetzt die Inselhalle? Ok, immerhin gut beschildert… – Startnummer kriege ich, Klaus ist auch da, was zu trinken… – das wird ja doch noch. Immerhin das mit dem Frühstück habe ich richtig gemacht. Zu essen habe ich nichts mit – wäre zwar vermutlich kein Fehler, ich bin doch merklich über der propagierten magischen 68kg-Grenze, unter der trinken reicht. Macht nix, das wird schon gehen.

Am Start ist es recht nett, kurzzeitig hört es sogar auf zu Regnen, aber das ändert sich schnell wieder. Ich lasse ein paar an mir vorbei ziehen, der Weg ist noch weit und komme in einen ganz brauchbaren Rhythmus. Temperatur ist auch gut, am Seeufer ist der Wind etwas lästig, aber es geht. Bis Bregenz sogar sehr gut – ich halte mich etwas zurück um noch Reserven zu haben falls es noch kälter wird. Ansonsten: laufen, nicht denken. Immer wieder kenne ich jemanden an der Strecke, das motiviert dann doch wieder.

In Hard merke ich allmählich dass Essen doch was Gutes wäre – der AV-Stand rettet mich. Bananen, Powerriegel, Gel. Ich lege eine kurze Mampf-Pause ein, trinke und laufe dann weiter – zwei Kilometer beißen, dann müssts wieder besser gehen. Auf der Brücke zurück überholt mich die Marathon-Spitze… – spinn ich, da ist doch noch einiges an Luft nach oben wie es scheint. Macht aber nix, so langsam gelangt der Zucker in meine Blutbahn und mein Tempo wird wieder höher. Mittlerweile überhole ich auch ab und zu wieder einen derjenigen, die ich am Anfang ziehen habe lassen. Immerhin scheint meine Taktik dieses Mal etwas besser zu sein.

Das Timing beim Zieleinlauf ist optimal – genau im richtigen Moment kommt auch mein Fanclub (also Frau und Kind) zum Stadion. 2:22 – ich bin eh ganz zufrieden. Etwas mühsam gestaltet sich noch die Warterei am Ausgang und die Suche nach meinem Kleidersack – zumal ich jetzt Viktor trage, der unbedingt zu mir wollte. Duschen, umziehen und dann noch etwas Essen und ein wohlverdientes saures Radler. War ganz nett, kann man wieder mal machen. (Bei mir hat übrigens sogar die Zeitnehmung funktioniert 😉 ).

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