Radtour Finnland: Tag 4 – Alajärvi – Kannus

Neuer Tag – neues Glück. Heute wollen wir wieder mal ein etwas längeres Stück der langen Strecke bewältigen: Kannus in etwa 130 km Entfernung soll unser Ziel sein. Der Tag schaut gut aus, bestes Wetter, nicht zu warm und – endlich – weht auch der Wind in die richtige Richtung. Die ersten gut 60km bis Kaustinen rollen nur so dahin, aber heut ist auch noch einiges zu tun. Wir machen kurz halt in Kaustinen und nehmen etwas Nahrung zu uns (mein Eiskaffee entpuppt sich als Kaffeesahne, aber da steckt wenigstens Energie drin…) und machen uns wieder auf den Weg nach Ullava.

Richtung Ullava müssen wir erst mal leider die Hauptstraße Richtung Toholampi mit regem Verkehr benutzen – aber der Abzweigung nach Ullava wird das aber besser. Auf der Karte ist noch eine Abkürzung eingezeichnet, eine Straße führt irgendwann in den Wald – das müsste sie sein. Dass es nicht ganz stimmt merken wir bald, aber überzeugen uns dann gegenseitig dass die Karte wohl nicht mehr ganz aktuell ist und dass die Richtung schon ganz gut ausschaut. Jetzt wirds lustig – auf der Schotterstraße durch den finnischen Wald, allmählich schwant mir dass das wohl doch ein anderer Weg sein muss. Aber irgendwo führt er ja hin – zumindest 9km lang. Dort steht ein kleines Häuschen, eine kleine freie Fläche mit netter Aussicht, wirklich schön – und offenbar eine Sackgasse.

Eine nette Dame (das Glück muss man erst mal haben dass irgendwo in den doch recht weitläufigen finnischen Wäldern noch jemand ist der sich auskennt!) erklärt uns dann mit Hilfe unseres Wörterbuches und unserer Karte erst mal wo wir eigentlich sind und dann, dass es noch einen alten Weg („bad road“) über einen „river“ gibt, „no bridge“ aber „little water“. Vor meinem geistigen Auge sehe ich uns bereits die Räder überm Kopf durch hüfttiefes Wasser waten – es ist aber nicht ganz so schlimm, eine Bachquerung und 4 km später sind wir wieder auf der Straße nach Kannus.

Dort scheint das Hotel geschlossen zu sein – wir waren einfach zu müde um das Schild zu registrieren in dem stand man solle in der nebenliegenden Bar fragen. Ein Ausflug ins Kurhotel mit einem hilfsbereiten Finnen bringt uns leider auch nicht weiter – kein Platz mehr. Aber er kennt den Hotelportier, ruft ihn an und wir haben schließlich doch Platz. Duschen, essen, schlafen. 132km auf teilweise recht interessanten Wegen machen dann doch etwas müde.

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