Stongerhöhe von Westen


Mal was anderes war die Devise und da die hart gefrorenen Schneehänge nicht gerade den höchsten Genuss beim Schitouren versprachen, war eine Alternative gesucht. Frühes Aufstehen war auch nicht so mein Ding an diesem 28. Dezember, also nahm ich den Lift auf die Niedere und machte mich in aller Ruhe auf den Weg Richtung Stongerhöhe. Nicht der gemächliche Rücken, der von der Alpe aufwärts zieht, war mein Ziel, sondern wie gesagt – mal was Neues.

Nach einer kurzen Abfahrt Richtung Gunten wandern die Schi auf den Rucksack und auf der harten Oberfläche geht es in der Rinne zwischen Stongerhöhe und Tristenkopf hoch. Es läuft gut und bald reift der Entschluss nicht wie zuerst geplant auf das Joch zwischen den beiden Graterhebungen zu steigen, sondern die idealere, interessantere und mit Sicherheit reizvollere Linie direkt Richtung Stongerhöhe zu wählen. Ein paar Rinnen sind erkennbar, der Schnee ist wunderbar hart, Steigeisen sind eh dabei und ein Eispickel, also sollte das kein großes Problem darstellen.

Fünf Minuten später schaut das schon ein wenig anders aus. Im steilen Gelände in Nordwest-Exposition ist der Harschdeckel deutlich dünner, drunter findet sich ein ziemlich griesiger Schnee, die Rinnen sind auch nicht mehr was sie von unten versprochen haben und zumindest die letzten 20 Meter der Unternehmung waren wohl doch eine Schnapsidee. Aber nach unten schaut es etwas schwierig aus und auch wenn die ursprüngliche Linie ziemlich abweisend scheint, nach rechts wird’s schon gehen und da kommt dann eh eine schöne Rinne (hatten wir das nicht schon mal?). Also weiter, das wird schon werden.

Wird es auch, die letzten 50 Höhenmeter kosten mich etwa gleich viel Zeit wie die 350 vorher, aber schließlich krabble ich dann doch über die Schneeverwehung am Ende der Rinne und rolle mich ins flache. Der gemütliche Gras- bzw. Schneebuckel zeigt ungeahnte Widerspenstigkeit.

Die Abfahrt Richtung Schetteregg ist mittlerweile auch eher auf der harten Seite, aber dennoch ganz nett, den Heimweg über die Finne trete ich im letzten Tageslicht an.

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